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Eleganz auf dem Pferdesattel: Das Volti-Team aus Hilden

Akrobatik auf Pferderücken
Donnerstag, 27. August 2009, 14:43 Uhr

von: GN-REDAKTION (Grenzland-Nachrichten)

Kategorie: Sport

Reitsport/Nettetal. Der Voltigier-Verband plant eine Deutsche Meisterschaft der Voltigierer. Im Vorfeld wird deshalb am übernächsten Wochenende, vom 4. bis 6. September, ein bundesweiter Vergleichswettbewerb für Voltigier-Gruppen mit acht Teilnehmern und ein bundesweiter Vergleichswettbewerb für Doppel-Voltigierer auf der Anlage des Reit- und Fahrvereins Lobberich an der Lüthemühle durchgeführt.

Dazu wurden in den vergangenen Monaten Turniere durchgeführt. Jeder Landesverband hat auf M-Niveau (vergleichbar mit M-Niveau Reiten) die besten Doppel-Voltigierer (das heißt zwei Voltigierer zeigen Pflicht und Kür auf einem Pferd) und Mannschafts-Voltigierer (bis zu zehn Voltigierer sind in einer Gruppe, jeder Teilnehmer zeigt in der Pflicht bestimmte geforderte Übungen, in der Kür können bis zu drei Voltigierer gleichzeitig auf dem Pferd turnen) gesichtet. Schließlich konnten sich die benannten Vereine auf die Lobbericher Ausschreibung hin bei ihren jeweiligen Landesverbänden bewerben.

Aus diesen Sichtungen sind nun von den jeweiligen Landesverbänden 28 Gruppen-Voltigierer und 18 Doppel-Voltigierer benannt worden. Diese Gruppen reisen Dienstag oder Mittwoch an und bringen ihre Pferde in einem Stallzelt an der Lüthemühle unter.

Das Turnier beginnt für die Teilnehmer mit einer sog. „Verfassungsprüfung“. Das jeweilige Voltigierpferd muss einer Kommission aus Richtern und Tierarzt vorgestellt werden und an der Hand im Trabe vorlaufen, damit zum Beispiel „Lahmheiten“ ausgeschlossen werden können. Die Kommission erteilt dann die endgültige Startberechtigung.

In der großen Reithalle an der Lüthemühle wird ein Zirkel für die Voltigierer angelegt. Die Zuschauer können das Geschehen von drei Tribünen aus verfolgen. Zunächst muss jede Voltigiergruppe die „Pflicht“ absolvieren. Jeder der Gruppenteilnehmer muss bestimmte Übungen vorzeigen und sie über einen bestimmten Zeitraum auf dem Pferd halten können. Die Richter schauen besonders auf die korrekte Ausführung, Hand- und Fusshaltung, Geschmeidigkeit. Auch der Absprung vom Pferd fließt mit in die Bewertung ein.

Wenn alle Gruppen die Pflichtaufgaben erledigt haben, werden die Küren gezeigt. Zu selbst ausgewählter Musik können die Voltigierer einige fest vorgeschriebene Figuren und einige frei wählbare Figuren auf dem Pferderücken in möglichst harmonischer Weise darbieten. DieVoltigierer erstaunen die Zuschauer durch ihre Akrobatik und Wendigkeit auf dem sich doch im Galopp fortbewegenden und schwankenden Pferderücken.

Bei den Mannschafts-Voltigierern werden nach diesen Prüfungsteilen die besten zwölf Mannschaften ausgewählt, die dann in den finalen Wettkämpfen am Samstag und Sonntag noch einmal ihr Pflicht- und ihr Kürprogramm zeigen müssen, um so den Sieger und die Platzierten auszuturnen.

Bei den Doppelvoltigierern zählt von Anfang an jede Bewegung, denn die Ergebnisse eines jeden Umlaufes werden addiert, so dass für diese Voltigierer eine gerechnetes Gesamtergebnis über die Rangierung entscheidet.

Harmonie in Farbe und Ausführung

An allen Tagen - Freitag, Samstag und Sonntag - laufen über den ganzen Tag hinweg Voltigierprüfungen vor sehr engagiertem Publikum. Jede Gruppe bringt ihre Fans mit, die lautstark anfeuern. Fachkundiges Publikum kennt genau die kleinen „Unsauberkeiten“ bei der Ausführung einer Figur.

Für den interessierten Zuschauer bietet sich ein farbenprächtiges Bild von farblich homogen gekleideten Gruppen-Voltigierern mit ihren Pferden über interessante Musikauswahlen bis zu der knisternden Athmosphäre, die einem Voltigierturnier eigen ist.

Anmerkung: Sogar viele Reiter, die mit Voltigieren sonst nichts zu tun haben, schauen sich die Darbietungen interessiert an.

Wilhelm Tobrock, Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Lobberich, zeigt sich begeistert: „Im Bereich des Voltigiersports ist das qualitativ das Beste, was jemals in unserer Region gezeigt wurde.“ Alle Teilnehmer seien Amateure, alle Voltigierer seien von ihren Landesverbänden nominiert worden. „Quasi eine inoffizielle Deutsche Meisterschaft“, sagte Tobrock.

Abgerundet wird dieses Programm mit Dressurprüfungen und Springprüfungen mit Qualifikation für das bundesweite Finale des FAB- Amateur-Cup 2009.

Bei dieser Veranstaltung werden keine Eintritte genommen.